Spezialverfahren

Die zahnärztliche Chirurgie hat viele Möglichkeiten. Einige Spezialverfahren ermöglichen schonende Operationen oder bessere Ergebnisse…
...und vermeiden oftmalig auch ein traumatischeres Vorgehen. High-Tech und wissenschaftlich belegte neuere Methoden gehören zu den Spezialverfahren der Implantologie.

Klicken Sie bitte auf die Überschriften, um mehr zu den einzelnen Spezialverfahren zu erfahren.

Bone Spreading

Liegt eine reduzierte und lokalisierte Reduzierung der Kieferkammbreite vor, so kann das Bone Spreading die Insertion eines Implantates ermöglichen. Nach initialer Festlegung der Implantatposition wird mit speziellen Instrumenten der vorhandene Knochen gedehnt sprich gespreadet. Hierzu ist jedoch eine gewisse Mindestbreite erforderlich. Bei zu dünnem Knochenangebot für dieses Verfahren ist eine primäre Augmentation mit einer TRM (siehe unten) oder eine Knochenblockaugmentation anzuraten. Dann kann eine Implantation erst ein einem zweiten Schritt nach einer Abheilung von ca. 4-5 Monaten erfolgen.

Umfasst der dünne zahnlose  Abschnitt einem größeren Bereich, so kann alternativ auch das Bone Splitting angewendet werden.

Bone Splitting

Das Bone Splitting ist ein spezielles Verfahren zur Versorgung atrophierter (stark abgebauter) schmaler Kieferkammabschnitte.

Hierbei wird der Kieferknochen sehr vorsichtig in eine innere und äußere Lamelle getrennt. Dies wird in unserem OP Zentrum mit dem Verfahren der Piezochirurgie durchgeführt. Dieses Verfahren ist sehr substanzschonend und sicher.

Danach werden die beiden Blätter mit einem speziellen Instrumentarium langsam erweitert und aufgedehnt. Nach diesem Prozess können die Implantate meist gleichzeitig eingesetzt werden. Die Spalträume werden dann mit einem Knochenersatzmaterial aufgefüllt. Eine Membranabdeckung sichert das Ergebnis vor einem störenden Einwachsen von Weichgewebe.

So können sehr dünne Kieferkämme wieder auf eine gute Breite gebracht werden.

Dieses Verfahren ist allerdings sehr schwierig und bedarf einer sehr versierten Ausführung.

Bone Condensing/Spreading

Das Bone Condensing ist ein Verfahren, bei dem die Bereitung des Implantatbettes nicht über eine Bohrung, sondern über non-ablatives (nicht-abtragendes) Verfahren erfolgt. Dies wird dann notwendig, wenn aufgrund der Knochenqualität (weicher Knochen – D4) bei einer Standardpräparation das Einbringen eines ausreichend stabilen Zahnimplantates nur sehr schwer möglich wäre. Bei diesem Verfahren werden nur die ersten Schritte mit einem rotierenden Instrument durchgeführt. Danach erfolgt der Einsatz so genannter Handinstrumente (Osteotome) unterschiedlicher Größen und Designs. Der Knochen wird somit verdichtet und die Primärstabilität des Implantates maßgeblich erhöht.

Dieses Verfahren verdichtet den Knochen und sichert das Ergebnis einer Implantation. Histologische Untersuchungen zeigen durch Anwendung dieser Technik eine wesentlich bessere Anlagerung von Knochen, was sich auf das langfristige Erfolgsergebnis positiv auswirkt.

Bindegewebstransplantate, Weichgewebechirurgie

Der Einsatz von Bindegewebstransplantaten ist eine wichtige Therapieform in der hochwertigen Zahnmedizin und Implantatologie und gehört bei den creativen zahnärzten in München zu einer Standardtherapieform.

Warum?
Ausreichendes Weichgewebe an einem Zahnimplantat ist nicht nur ein wichtiger Faktor für das ästhetische Erscheinungsbild bei Zahnimplantaten sondern macht es auch resistenter gegenüber äußeren Einflüssen und ist ein wichtiger Faktor für die Haltbarkeit. Zudem empfinden Patienten mit Zahnimplantaten ohne ausreichend dickes Weichgewebe diese eher als Fremdkörper.
Bindegewebstransplantate kann man aber nicht nur sinnvoll bei Weichgewebemangel sondern auch bei abgebautem Knochen (Atrophie) einsetzen.

Wo braucht man denn Bindegewebstransplantate in der Zahnimplantologie?
im Frontzahnbereich ist die Ästhetik auch maßgeblich durch das Weichgewebe bestimmt. Dr. Schmidt führt bei ca. der Hälfte aller Frontzahnimplantationen bei natürlichen Nachbarzähnen eine Verstärkung mit einem Bindegewebstransplantat durch.
Bei allen Zahnimplantaten die in nicht ausreichend dickem Weichgewebe stehen würden, ist ein Bindegewebstransplantat zu empfehlen.
Bei zahnlosen Kieferabschnitten, beispielsweise bei einer Implantatbrücke kann ein Bindegewebstransplantat an der Stelle, an der kein Zahn oder Implantat ist, als Unterfütterung des Kieferkamms eingesetzt werden. So entsteht der Eindruck, dass sich auch unter dem Brückenglied ein Zahn befindet.
Bei älteren Implantaten, die in nicht mehr ausreichend von Zahnfleisch abgedeckt sind, kann der Einsatz eines Bindegewebstransplantates weiteren Knochenabbau verhindern und das Implantat wieder schöner aussehen lassen.

Wie wird das gemacht?
Zuerst wird an der Empfängerstelle die genaue Größe bestimmt. An der Entnahmestelle, die sich in den meisten Fällen am linken oder rechten Gaumen befindet, wird dann mit mikrochirurgischen Instrumenten ein Transplantat ausreichender Größe „präpariert“. Der Unterschied zu einem klassischen Zahnfleischtransplantat ist beim Bindegewebstransplantat, dass zur Vergrößerung des Volumens und zur biologischen Stabilität auch Unterhautbindegewebe mit entnommen wird.
Das Transplantat wird dann nach einer Konditionierung mit hauchfeinen Fäden am Empfängerort befestigt. Zusätzlich arbeiten wir hier auch mit dem Einsatz eines speziellen Proteins, welches das Anwachsen aus biologischer Sicht noch einmal verbessert. Diese Präparate (z.B. Emdogain) sollen die Oberflächenzellen im Zahnwurzelbereich zur Ausbildung eines neues Halteapparates anregen.
An der Entnahmestelle wird ein Kollagen eingelegt und die Zugangsstelle mit Nähten verschlossen. Zur Schonung bekommen Sie dann von uns noch eine durchsichtige individuelle Verbandplatte, die Sie die nächsten 3 Tage tragen sollten.

Was muss man nach der OP beachten?
Damit das Bindegewebstransplantat gut anwachsen kann, sollten Sie unbedingt folgende Punkte für die Tage nach der OP beachten:
Lesen Sie unseren Aufklärungsbogen aufmerksam durch und nehmen Sie die Medikamente (meistens unterstützen wir den Eingriff auch mit einem Antibiotikum) und Spüllösungen genau nach Anweisung
nicht an der Lippe ziehen um das Ergebnis zu betrachten – das sieht in den ersten Tagen eh nicht so schön aus...
Putzen Sie an der Stelle des Transplantates für die erste Woche nicht und beginnen dann anfänglich für die nächsten 2 Wochen mit einer weichen Zahnbürste.
Wenn Sie Raucher sind, verzichten Sie die erste Woche komplett auf den „Zigarettengenuss“ – Nikotinpflaster können helfen
Tragen Sie die Verbandplatte am ersten Tag konsequent – so reduzieren Sie das Risiko einer Nachblutung

Kurze Implantate

Bei extremen Kieferkammverhältnissen kann als Alternative zu traumatischen und risikoreichen Aufbaumaßnahmen der Einsatz von kurzen Zahnimplantaten eine sehr gute Alternative sein.

Gerade bei niedrigen flachen Kieferkämmen kann ein speziell designtes Implantat zum Einsatz kommen, welches durch seine charakteristischen Eigenschaften eine gute Primärstabilität als auch hohe Erfolgssicherheit aufweist. Hier kann oft in Bereichen implantiert werden, wo entweder größere Eingriffe vonnöten oder gar eine Implantation mit einem herkömmlichen System überhaupt nicht möglich wäre.

Herr Dr. Schmidt hat in seiner Masterthesis eine umfangreiche Abhandlung zu den biomechanischen Prinzipien und der Auswertung zahlreicher wissenschaftlicher Studien geschrieben.

Schlussfolgerung:
Die Ergebnisse der vorliegenden Studien zeigen, dass die Behandlung mit kurzen Implantaten, sofern nach striktem klinischen Protokoll verwendet, als sicher und prognostizierbar zu betrachten ist.

ZGT – Zirkon-Galvano-Teleskope

Die Versorgung mit Teleskop-Zahnersatz ist in Deutschland eine sehr traditionelle und hochwertige Methode. Aufgrund der zahntechnischen anspruchsvollen Ausführung bleibt diese Technik weltweit nur guten Zahnlabors vorbehalten. Nicht umsonst bezeichnet man diese Technik im Ausland gerne als „german crown“.

Als nachteilig empfanden viele Patienten nur die goldfarbenen „Primärkronen“ auf den Zähnen.
Dies ist mit moderner Technologie heute kein Problem mehr.

Mit der Hilfe des hochmodernen Materials Zirkonoxid und computergestützter Fertigung (CAD/CAM) können die Primärkronen heute aus zahnfarbenem Material hergestellt werden. Da Implantate eine seitliche Spannung nur bis zu einem gewissen Masse tolerieren, sind Teleskopversorgungen auf Implantaten technisch sehr anspruchsvoll. Die ZGT-Methode ermöglicht eine absolut präzise und spannungsfreie Passung auf Implantaten und Zähnen, da die Sekundärkronen, die mit Galvanotechnologie hergestellt werden,  nur im Mund des Patienten in die Zahnersatzstruktur (z.B. einer abnehmbaren Brücke) fixiert werden. Eine Fehlspannung wird somit absolut vermieden. So können Implantate mit Zähnen in einer Konstruktion verbunden werden. Bei späterem Zahnverlust einzelner Zähne bleibt Ihnen der Zahnersatz auf diese Weise erhalten.

Knochenaufbau mit TRM- Titanium Reinforced Membrane

Die so genannte GBR Guided Bone Regeneration beschreibt das Verfahren, verlorenen Knochen mittels eines Knochenaufbaumaterials und einer schützenden Membran wieder aufzubauen. Problem ist bei dieser Technik oftmals eine Stabilität des Aufbaumaterials zu gewährleisten. So konnte man diese Technik bei ausgedehnteren Defekten oft nicht vorhersagbar anwenden. Wir arbeiten seit Jahren mit einer US-amerikanischen Technologie. Hier kommt eine spezielle PTFE-Folie (Teflon) zum Einsatz, die mit einer lasergeschnittenen Titanstruktur verstärkt ist. Diese einmalige Technologie stabilisiert die Folie über dem Knochendefekt und ermöglicht eine ungehinderte Regeneration. Diese Folien gibt es in ganz unterschiedlichen Größen und Designs.

Nach einer gewissen Zeit wird diese Folie dann wieder entfernt. Eine Implantation kann je nach Ausgangssituation gleichzeitig oder erst nach der Knochenregeneration (ca. 4-5 Monate) erfolgen.

Die TRM-Methode ist eine gute Alternative zu Knochenblockverpflanzungen.

Metallfreie Implantate, Zirkonimplantate, Keramikimplantate

Jeder Mensch reagiert anders auf ein Fremdmaterial. Titanimplantate sind wissenschaftlich sehr gut untersucht und können bedenkenlos als Material für Zahnimplantate eingesetzt werden.

Jedoch gibt es Patienten, die eine Alternative zu Titanimplantaten suchen. Hier bieten sich Implantate aus der High-Tech Keramik Zirkon an. Zirkondioxid-Implantate sind weiss und werden ähnlich wie Titanimplantate im Knochen eingebracht. Jedoch muss man als Implantologe und als Patient ein sehr strenges Protokoll einhalten, da Zirkonimplantate etwas komplizierter in der Einheilphase zu betrachten sind.

Die bisher verfügbaren Zirkonimplantate waren alle einteilig und konnten so sehr viel schwerer mit Zahnersatz versorgt werden. Außerdem war die Verlustrate deutlich höher als bei Titanimplantaten.

Die von uns verwendeten Zirkonimplantate sind zweiteilig und bieten auf diese Weise die Vorteile, die eine bessere Erfolgsprognose ermöglichen.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen zu den modernen Zirkonimplantaten, die in unserer Praxisklinik zum Einsatz kommen, zeigen im Hinblick auf die Knochenzellanlagerung sehr vielversprechende Ergebnisse*.

Dennoch sollte die Indikation für diese Implantate sehr genau auf den individuellen Fall abgestimmt sein. Sprechen Sie uns an!

*Quelle: Wissenschaftliche in vitro und in vivo Untersuchungen an der Universität Bern unter der Leitung von Prof. Dr. Daniel Buser

Minimalinvasive Implantologie – MIMI Technik

Die zahnärztliche Implantologie ist ein weites Feld geworden und die Art und Weise Zahnimplantate einzubringen richtet sich im Wesentlichen nach den vorliegenden Knochen- und Weichgewebestrukturen.

Die als „minimalinvasive Technik“ bezeichnete Methode, zeichnet sich dadurch aus, dass das Zahnfleisch vor der Implantatbettpräparation nicht aufgeklappt werden muss. Da man durch das Zahnfleisch hindurch implantiert nennt man dieses Verfahren auch „transgingivale Implantation“. Diese Form der Implantation gibt es schon seit dem Beginn der zahnärztlichen Implantologie, als meist einfache einteilige Implantatsysteme auf dem Markt waren.  Ein Verfahren welches für den Patienten auf den ersten Blick viel atraumatischer wirkt als das klassische Vorgehen mit „Aufklappung“. Jedoch bedarf es für dieses Verfahren einer guten Ausgangssituation ohne Knochendefekte oder reduzierter Kiefervolumen. Dies ist leider nur sehr selten der Fall, kommt es durch vorherige Entzündungen am Zahn oder durch Atrophie teilweise zu sehr starken Verlusten an Kieferhöhe und Breite.

Da die langfristige Prognose eines Implantates maßgeblich durch das Volumen des Knochens um ein Implantat beeinflusst wird, machen Knochenaufbaumaßnahmen bei der Implantation viel Sinn. Gerade deshalb weil man den bei der Implantatbettaufbereitung (Implantation, Verfahren) gewonnenen Knochen sofort zur Verbreiterung des Kieferkammes verwenden kann. Einen Vorteil, dem man bei der „transgingivalen Implantation“ leider nicht nutzen kann.

Deshalb ist das als „minimalinvasive Implantation“ genannte Verfahren nur in ausgewählten Fällen sinnvoll. Um einem erhöhten Risiko bei dieser Technik vorzubeugen, empfiehlt es sich, vorher eine dreidimensionale Röntgendiagnostik (DVT) durchzuführen – schließlich hat man zu keinem Zeitpunkt der Operation einen direkten Blick auf den zu implantierenden Knochen.

Grundsätzlich ist es immer die Aufgabe des Implantologen, die für Sie geeignete Technik der Implantatinsertion auszuwählen. Durch die Anwendung moderner Techniken wie der plastischen Weichgewebechirurgie, der sanften Aufbereitung des Knochens und des Einsatzes moderner Knochenaufbaumaterialien, ist der Eingriff einer Zahnimplantation auch bei reduziertem Knochen mittlerweile ein sehr minimalinvasives Vorgehen und geht mit wenig bis fast keinen Schmerzen einher.