Wann setzt man ein Implantat? Antworten vom Zahnarzt für Implantate in München

Anwendungsgebiete der Zahnimplantologie

Von der minimalinvasiven Einzelzahnimplantat-Versorgung bei nicht angelegten Zähnen bis zur Versorgung einer absoluten Zahnlosigkeit. Zahnimplantate können vielfach nützlich eingesetzt werden können.

So individuell wie die Patientensituation sind auch die Lösungen für den Zahnersatz.

Nachfolgend sollen die grundlegenden Möglichkeiten dargestellt werden.

Suchen Sie sich Ihre Situation anhand der Überschriften aus und klicken Sie auf diese, um mehr zur jeweiligen Situation erfahren zu können. Zu jedem Einsatzgebiet finden Sie auch ein informatives Info-Video.

Zahnimplantate und festsitzender Zahnersatz (Kronen/Brücken)

Fester Zahnersatz ist die häufigste Anwendung für die Versorgung von Zahnimplantaten. Auf den Grundkörper wird der Aufbau (das Abutment) aufgesetzt und meist verschraubt. Es dient wie der präparierte Zahn als Aufnahme einer Krone oder Brücke.

Bei den einteiligen Systemen ist der Aufbau bereits Bestandteil des Gesamtkörpers und dient so gleichzeitig als Aufnahme der Einzelkrone oder Brücke.

Die Kronen oder Brücken werden meist so eingesetzt (zementiert), dass sie jederzeit zur Reinigung, Reparatur oder im Falle eines chirurgischen Eingriffs abgenommen werden können. Nur im seltenen Fall einer Verbindung von Zahnimplantaten mit natürlichen Zähnen (eine sogenannte Hybridbrücke) muss die Brücke nach einer bemessenen Zeit des Probetragens definitiv befestigt werden. Dies ist deshalb notwendig, dass im Falle einer Lösung des Zementes am Zahn keine unbemerkte Karies eintreten kann.

Sollte der Fall eintreten, dass in vielen Jahren eventuell weitere Zähne verloren gehen, so können bereits vorhandene Implantate zur Fixierung eines neuen Zahnersatzes einbezogen werden.

Hier eine Zusammenfassung der Indikationen für fest zementierten Zahnersatz:
1. Einzelzahnersatz oder kleine Schaltlücke (1–2 fehlende Zähne der sonst geschlossenen Zahnreihe)
2. Große Schaltlücke (mehr als 2 fehlende Zähne der sonst geschlossenen Zahnreihe)
3. Freiendsituation (verkürzte Zahnreihe) – hier fehlen also im hinteren Bereich die letzten Zähne

1. Einzelzahnersatz oder Schließen einer kleinen Zahnlücke

Das ist in ca. 10–20% aller Indikationen für Zahnimplantate der Fall.
Gründe für den Zahnverlust können sein:

  • Karies
  • Parodontitis (Zahnverlust durch Verlust von Zahnhalteapparat-Lockerung)
  • unfallbedingter Zahnverlust (Trauma)
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2. Große Schaltlücken

Fehlen mehrere Zähne nebeneinander, ist aber immer noch ein endständiger Zahn hinten vorhanden, so spricht man von einer großen Schaltlücke. In einem solchen Fall ist eine alternative Brückenversorgung nicht nur aus Gründen der Schonung von Zahnsubstanz sehr kritisch zu betrachten. Auch die stärkere Belastung der Tragpfeiler ... weiterlesen

3. Freiendlücken

Fehlen mehrere Zähne nebeneinander und ist nach hinten kein möglicher Zahnpfeiler mehr vorhanden, so spricht man von einer Freiendlücke.Gerade bei einer einseitigen Freiendlücke sind Zahnimplantate die einzig wirklich sinnvolle Versorgungsmöglichkeit.
Viele Patienten haben aus Angst vor... weiterlesen

Reduzierter Zahnbestand - herausnehmbarer Zahnersatz mit Implantaten

Ist der Zahnbestand durch Karies und/oder Parodontitis stark reduziert, so können Zahnimplantate zu einer Vermehrung der Zahnpfeiler eingesetzt werden. Da in diesen Fällen erfahrungsgemäß auch die Prognose der verbliebenen Restzähne schlechter ist, bevorzugt das Ärzteteam der creativen zahnärzte abnehmbare Hybridprothesen oder abnehmbare Brückenkonstruktionen. Das ist sehr elegant, die Zähne und Implantate lassen sich so besser pflegen und erhalten und auch bei Verlust eines weiteren Zahnes kann die Konstruktion fast gänzlich unverändert sofort wieder getragen werden.

Als Verankerung der Wahl sind hier Doppelkronen sogenannte Teleskope zu verwenden. Diese können gleichermaßen aus Goldlegierungen oder bei gewünschtem biologischen Anspruch in unserem Meisterlabor auch computergestützt aus zahnfarbenem Zirkon hergestellt werden.

Ist die Prognose bei entsprechender Vorbehandlung eher gut einzustufen, kann bei Wunsch natürlich auch ein komplett fester Zahnersatz mit Implantaten hergestellt werden. Man kann die Situation dann mit einer Kombination aus Schaltlücken und/oder Freiendlücken sehen (in diesem Fall bitte auch die beiden dazugehörigen Abschnitte oben lesen).

In Fällen von reduziertem oder stark reduziertem Zahnbestand bedarf es einer konsequenten und gut überlegten Planung durch den Implantologen und Parodontologen. Solche großen Fälle werden in der Praxisklinik von Dr. Achim Schmidt nur im Team mit zwei Ärzten, der Dentalhygienikerin und den Zahntechnikern geplant.

Totalersatz – Zahnloser Kiefer

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Vielen Menschen mit festen Zähnen ist manchmal gar nicht bewusst, wie schlimm eine Totalprothese für viele betroffene ältere Menschen ist. Schlechter Halt, schmerzhafte immer wiederkehrende Druckstellen und die Unsicherheit im täglichen Leben begleiten viele Menschen mit totalem Zahnersatz im zahnlosen Kiefer.

Haftmittel lösen diese Probleme immer nur vorübergehend. Außerdem führt Druckbelastung zu weiterem Knochenum- und abbau. Wandelt man mittels Zahnimplantaten die Druckbelastung in eine Zugbelastung um, so kann der Kieferknochen nicht nur erhalten sondern meist auch noch verstärkt werden.

Das nachfolgende Video erklärt anschaulich die Folgen von totaler Zahnlosigkeit:

Wichtigster Faktor für Zahnimplantate ist allerdings der gewonnen Halt und die damit verbundene neue Lebensqualität. Diese Indikation betrifft ca. 60% aller Implantatfälle.

Implantate sind in diesen Fällen das Mittel der Wahl. Der Tragekomfort einer Prothese kann so erheblich verbessert werden, wobei gilt: Je mehr Implantate, umso höher der Tragekomfort.

Diese Lösung wird im zahnlosen Unterkiefer häufiger als im Oberkiefer eingesetzt, weil Unterkieferprothesen auch häufiger Probleme bereiten. Ideale Implantatanzahl sind immer mindestens 4 Implantate im zahnlosen Kiefer. Nur in Ausnahmefällen kann man im Unterkiefer 2 Implantate zur Verbesserung des Prothesenhaltes heranziehen, ist aber eher ein Kompromiss.

Die Implantate können über eine Stegverbindung miteinander verbunden werden. Das dient sowohl der Stabilisierung der Implantate als auch der besseren Prothesenverankerung. Dr. Schmidt bevorzugt auch hier die Lösung mit Doppelkronen (Teleskope).

Es gibt aber auch günstigere Möglichkeiten, den Zahnersatz mit den Implantaten zu fixieren. Kugelköpfchen ermöglichen das befestigen der Prothese mittels kleinster Kappen, die auf den Kugeln einrasten. Noch eleganter sind spezielle intelligente Halteelemente, die einem Druckknopf gleich funktionieren. Sie sind flach und können auch in eine bereits vorhandene noch funktionstaugliche Prothese eingearbeitet werden. Außerdem können die Abzugskräfte mittels unterschiedlicher Einsätze verändert und nach Ihren Bedürfnissen angepasst werden.

Sind etwa 6 bis 8 Implantate vorhanden, kann eine Prothese allein auf diesen abgestützt werden. Bei guter Primärstabilität ist dann eventuell auch eine Sofortbelastung möglich, das heißt die Implantate können mit einem provisorischen Zahnersatz sofort versorgt werden.
Stehen im Oberkiefer 6 bis 8 Implantate und im Unterkiefer 5 bis 6 Implantate zur Verfügung, können auch feste Brücken bei kompletter Zahnlosigkeit geplant werden.

Das nachfolgende Video demonstriert die grundsätzlichen Möglichkeiten bei totalem Zahnverlust und die Möglichkeiten, die Totalprothesenträgern heute zur Verfügung stehen: